Penang Reisebericht • Unsere Erfahrungen in einem Monat

Im Gegensatz zu vielen anderen Reisenden haben wir nicht nur einen kurzen Aufenthalt in George Town eingelegt und sind dann weitergereist, sondern haben einen Monat dort verbracht. In diesem Reisebericht über Penang berichten wir von unserer Zeit, wie es sich anfühlte, in einem lokalen Viertel zu leben, und was wir erwartet haben. Du erhältst hier einen guten Eindruck und Tipps, um sowohl George Town als auch die gesamte Insel Penang zu erkunden.

Unsere Ankunft in Penang

Ja, wie war unsere Ankunft in Penang und wie können wir das am besten in unserem Reisebericht wiedergeben? Es war eine der ungewöhnlichsten Anreisen seit Langem, besonders da wir wussten, dass es auf eine Insel geht. Das typische Inselfeeling stellte sich jedoch nicht ein, denn während des Landeanflugs sahen wir, was uns erwartet. Riesige Hochhäuser, die uns zunächst abschreckten. Wir buchten ein Grab zur Unterkunft und waren erschrocken über den dichten Verkehr, sollte das wirklich eine Insel sein? Leider waren wir nicht begeistert und haben uns gefragt, warum wir hier einen ganzen Monat verbringen sollten. Doch erstmal tief durchatmen, wir geben Penang eine Chance, müssen erst einmal ankommen und sehen, wie sich alles entwickelt.

Penang Reisebericht • Unterkunft mit Homestay Verbot

Unsere Ankunft in Penang war schwierig, was unter anderem daran lag, dass seit 2023 ein Homestay-Verbot herrscht. Zudem gefiel uns der erste Eindruck der Insel nicht, dazu später aber mehr. Wir stiegen etwas früher aus dem Taxi am Einkaufsladen Lotus aus, da noch kein Check-in möglich war. Dort setzten wir uns für einen Kaffee in den Foodcourt, der zugegebenermaßen nicht der beste Ort zum Arbeiten war. Wir klappten unsere Laptops auf und mussten uns wegen der Lautstärke direkt Kopfhörer aufsetzen. Als es Zeit für den Check-in war, machten wir uns zu Fuß auf zur Unterkunft. Vom Lotus Supermarkt waren es etwa 5 Minuten. Schon beim Vorbeigehen an anderen Häusern fielen uns auffällige rote Schilder auf, alle mit der Aufschrift „Homestay verboten“. 

Unser erster Eindruck von der Wohnung

Zuerst suchten wir den Schlüssel. Eine Anleitung dazu hatten wir bereits vorab bei Airbnb erhalten. Es gab einen Briefkasten mit einem Code, sodass wir direkt eigenständig in die Wohnung konnten. Schon beim Hochfahren fragten wir uns, wie der Monat wohl werden würde, bei so vielen Verbotsschildern. Die Fahrstuhltür öffnete sich, wir gingen einen langen Flur entlang, vorbei an überall angebrachten Gittertüren, bis wir vor unserem Eingang standen.

Unser erster Eindruck: „Wow, was für ein großes Wohnzimmer und ein schön großer Tisch, perfekt zum Arbeiten.“ Auch eine Küche mit Kochmöglichkeiten und eine Waschmaschine waren vorhanden, genial. Wir gingen in unser Zimmer, das ebenfalls verschlossen war und waren sichtlich erschrocken. „Puh, ist das klein!“ Wir hatten erwartet, dass es etwas größer wäre. Letztlich gab es nur ein Bett und einen Schrank, mehr Platz war nicht. Wohin mit dem Rucksack? Auf den Schrank, in den Schrank? Egal, erst einmal abstellen und uns etwas umsehen.

Penang Reisebericht
Reisbericht Penang – Das war unser Zimmer
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Penang Reisebericht • Erstmal die Wohnung auschecken und ankommen 

Als erstes dachten wir, dass noch jemand mit uns in der Wohnung lebt, nämlich der Besitzer. Insgesamt gab es drei Zimmer: zwei für Gäste und eins für den Gastgeber. Draußen standen Schuhe, also gingen wir davon aus, dass wir ihn bald kennenlernen, das war zumindest unser Gedanke.

Wir wollten nicht in die anderen Zimmer schauen, da ja jemand dort sein könnte, also packten wir erst einmal in Ruhe unsere Sachen aus und entspannten uns. Ich erhielt eine weitere E-Mail vom Besitzer, in der stand, dass wir leise sein sollten und falls uns jemand fragt, was wir hier machen, sollten wir sagen, dass wir Freunde besuchen. Diese Mitteilung verunsicherte uns weiter, vor allem wegen all der Schilder überall.

Penang Reisebericht
Penang Reisebericht – Gemeinschaftsraum mit Blick aufs Meer

Am Abend checkten wir das erste Mal das hauseigene Fitnessstudio aus 

Am Abend entschieden wir uns, das hauseigene Fitnessstudio zu nutzen und erkundeten ein wenig die Nachbarschaft. Der kleine angelegte Garten eignete sich gut für einen Spaziergang und wenn wir gewollt hätten, hätten wir auch den Pool nutzen können. Auch dort gab es wieder Schilder und Hinweise, was erlaubt ist und was nicht. Am Pool galt die Regel, dass Frauen nicht im Bikini schwimmen dürfen und Männer eine richtige Badehose tragen sollten.

Allerdings musste wir uns auch in ein Buch eintragen, als Nachweis dafür, wer trainiert und im Pool schwimmt. Wir mussten sogar zurückgehen, um unsere festen Schuhe zu holen, da wir erstmal nur in Flip-Flops dort waren, obwohl wir sehr oft barfuß trainieren.

Penang Reisebericht
Großer Pool – Penang Reisebericht

Penang Reisebericht • Der erste richtige Tag 

Schon zu Beginn unserer Zeit in Penang schafften wir eine Routine: Am ersten Tag gingen wir direkt ins Coworking Space „The Venture“, um uns für den Monat einen Arbeitsplatz zu sichern. Erst war es etwas schwierig, direkt einen Ansprechpartner zu finden, aber nach ein paar Minuten öffnete man uns die Tür. Es gab einen offenen Arbeitsbereich mit einer langen Tischreihe, dazu einen Ausblick auf das Meer, einen Meetingraum sowie kostenloses Wasser, Tee und Kaffee. Für uns war klar, dass wir einen festen Arbeitsplatz brauchten, denn wir wussten nicht, wie es mit der Arbeit in unserer Unterkunft klappt, wenn noch andere Reisende kommen. Die Kosten für einen Monat waren sehr günstig, wir zahlten zusammen 112 € für den Zugang von Montag bis Freitag zwischen 9 Uhr und 18 Uhr.

Unser erster Eindruck zum Ramadan in Penang

Wir waren überrascht, dass alle im Foodcourt noch am eigentlichen Start des Ramadans gegessen haben. Erst am nächsten Tag bemerkten wir, dass der richtige Beginn offenbar der 11.03.24 war. Plötzlich wirkten die Straßen leerer und im Foodcourt sah man keine Muslime mehr. Der Supermarkt Lotus war ganz normal geöffnet und in der Mall gab es nur Hinweisschilder, beim Essen in der Öffentlichkeit Rücksicht zu nehmen. Ansonsten haben wir vom Ramadan nicht viel mitbekommen und fühlten uns nicht beeinträchtigt.

Wir bekommen Mitbewohner die auch digitale Nomaden sind 

Am zweiten Tag bekamen wir Mitbewohner. Während wir an unseren Laptops saßen, öffnete sich die Tür und zwei überraschte Gesichter blickten uns an. Es begrüßte uns ein Pärchen. Er wusste nämlich nicht, dass es sich um eine geteilte Unterkunft handelte, denn sie hatte die Buchung vorgenommen. Wir stellten uns vor und er ist ebenfalls aus Deutschland und sie aus Indonesien. Beide waren sehr nett und wir kamen schnell ins Gespräch, unterhielten uns über Business und tauschten Erfahrungen als digitale Nomaden aus. Hier wurde uns erst recht klar, dass es eine gute Entscheidung war, unter der Woche ins Coworking Space zu gehen, denn mit vier Personen am Tisch wurde es wirklich eng.

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Reisebericht Penang • Unser erster Eindruck von Georgetown 

Wir waren das erste Mal am Abend in George Town unterwegs und konnten deshalb nicht viel von der Stadt sehen. Unsere Mitbewohner fragten uns, ob wir Lust hätten, abends mitzukommen und so führte uns der Weg ins Halab Restaurant, wo wir uns Shisha, Tee und Baklava bestellten. Die beiden bestellten Schawarma, was für uns als Vegetarier nicht in unseren Speiseplan passt, er war jedoch begeistert davon. Anschließend schlenderten wir noch etwas durch das Barviertel, bis wir eine passende Bar gefunden haben, um ein Bier zu trinken. Man muss sagen, dass der Verkehr selbst abends noch ziemlich dicht war.

Unsere Routine in Penang • So sah der Tag als digitale Nomaden aus

Als digitale Nomaden kann unser Alltag sehr unterschiedlich aussehen, doch wir lieben unsere Routine und in Penang hatten wir auch einen festen Ablauf. Morgens sind wir gegen 8 Uhr aufgestanden und haben als Erstes Yoga am Pool gemacht, dann sind wir für etwa eine halbe Stunde geschwommen und haben oft im Anschluss meditiert.

Nachdem wir morgens gleich fit waren, gab es Frühstück und gegen 10 Uhr sind wir zu Fuß ins Coworking Space gegangen. Dort haben wir meistens 4-6 Stunden gearbeitet, online-Meetings gehabt und sind direkt danach zum Strand gegangen, um den Feierabend zu genießen. Auf dem Rückweg sind wir oft noch zum Lotus gegangen, haben eingekauft und sind dann in unsere Unterkunft. Abends gingen wir zum Sport und danach gab es Essen. Da wir oft schon im Coworking Space Essen bestellt hatten, gab es nach dem Sport immer eine ordentliche Portion Chiapudding mit Obst und unseren Proteinshake.

 

Coworking The Venture Penang
The Venture Coworking Space -Penang Reisebericht

Unsere liebsten Cafes und Restaurants in Penang 

Wir lieben Essen, vor allem wenn es gut ist, sodass wir dir hier einmal ein paar Tipps geben wollen. Alle Restaurants die wir empfehlen sind vegetarisch und vegan.

Poodle Cafe • Veganes Restaurant

Das Poodle Cafe haben wir geliebt, das Ambiente ist mega süß mit kleinen Wölkchen als Lampen, süßen Wandbildern und sogar einem extra Bereich für Hunde. Insgesamt ist es nicht günstig, aber vor allem die Menüs, bestehend aus einer Vorspeise, Hauptspeise, Dessert und Getränk, sind eine gute Option, um Geld zu sparen. Wir fanden das Rendang, die Burger und die Bowls sehr lecker. Die Kosten lagen meistens bei 15-16 € für uns beide. 

Bodhi Tree Vegetarian Cafe • Vegetarisches Restaurant

Das Restaurant befindet sich im zweiten Stock, weshalb wir es erst gar nicht gefunden haben. Zwischen 15 Uhr und 17 Uhr ist das Restaurant zudem geschlossen, was aber oft unsere übliche Essenszeit war. Vor allem vor 15 Uhr ist es weitaus ruhiger als abends, denn da war es schon echt gut besucht.

Wir waren sehr gerne dort und haben die Ramen-Suppe geliebt. Auch das Bento-Set, bestehend aus Reis, Tofu, Seetangsuppe, kleinem Salat und je nach Variante mit Fake-Fleisch, hat uns gut geschmeckt. Meistens haben wir zwischen 10-12 € für uns beide bezahlt. 

Penang Reisebericht
Penang Reisebericht – Bento- Set

Pinxin Vegan Cuisine • Veganes Restaurant 

Ein sehr gutes veganes Restaurant, bei dem wir oft über Grab Food bestellt haben, vor allem, wenn wir im Coworking Space waren. Besonders gut haben uns dort das Nasi Lemak Rendang und das Nasi Lemak Satay geschmeckt, sodass wir nur selten etwas anderes wie eine Suppe bestellt haben. Meistens lagen die Kosten bei 10 € bis 15 € für uns beide zusammen.

Vegie Cafe • Vegetarisches Restaurant 

Hier haben wir richtig lecker gefrühstückt und ich habe die Matcha Latte geliebt. Das Ambiente ist gemütlich und wir waren sogar die einzigen dort, das war auch kein Fehler, denn es war so gut und wir hatten besonders Lust auf ein richtiges Frühstück. Für zwei große Teller mit Salat, vegetarischen Würstchen, Toast und Kartoffelbrei, einen Kaffee und eine Matcha Latte haben wir 15,67 € für uns beide bezahlt.

Georgetown & Umgebung • Penang Reisebericht 

Georgetown ist die Hauptstadt der Insel und Bundesstaat Penang. Die Stadt ist sehr faszinierend, die viel Geschichte, Kultur und Kulinarik bietet. Man kann viel unternehmen, je nachdem worauf man Lust hat auch abends in eine Bar gehen und das Treiben beobachten. Sowohl tagsüber, als auch abends ist Georgetown definitiv ein Besuch wert. Einige Sehenswürdigkeiten können wir dir empfehlen:

  • Clans Jetties: Die Clans Jetties, sind Stelzenhäuser und wurden ursprünglich im 19. Jahrhundert von chinesischen Hafenarbeitern gegründet. Sie fungierten als Wohnraum und man kann als Tourist authentische Einblicke in das Leben und die Geschichte der lokalen chinesischen Gemeinschaft bekommen. Hier gibt es auch einige Souvenirs, die die Familien dort verkaufen. 
  • Erkundung der Altstadt & Streetart: In der Altstadt von Georgetown kann man nicht nur wunderbar durch die Gassen flanieren, sondern auch die Streetart anschauen, die man wie eine Art Schnitzeljagd sehen kann. Insbesondere entlang von Lebuh Armenian und Love Lane siehst du viel Straßenkunst. Sie ist oft interaktiv gestaltet und beziehen Elemente wie Fenster, Motorräder oder Möbel mit ein, was sie besonders gut für Fotos macht.

Umgebung von Penang 

  • Penang Hill: Besonders zum Sonnenaufgang ist der Penang Hill sehr sehenswert. Du kannst den Aufstieg als Wanderung machen, was je nach Tempo und Weg etwa 2 bis 3 Stunden dauern kann. Oder du wählst die bequeme und schnelle Art mit der Penang Hill Railway. Die Standseilbahn startet an der Station in Air Itam. Die Fahrt dauert etwa 5 bis 10 Minuten und kostet für Hin-und Rückweg 30 MYR/5,88€. Du kannst auf deren Webseite weitere Informationen ansehen. 
  • Kek Lok Si Tempel: Der Tempel, ist einer der größten buddhistischen Tempel in Südostasien und ist eine Kombination aus chinesischer, thailändischer und burmesischer Architektur. Dieser große Tempel ist in drei Ebenen gegliedert und hat unter anderem einen Teich, mehrere Gebetshallen und eine siebenstöckige Pagode (kostet etwa 0,78€). Die riesige Statue der Göttin Kuan Yin, die weit hinten sichtbar ist, ist ein weiteres Highlight, die  wir jedoch leider skippen mussten, da man uns weggeschickt hatte. Wenn wir das richtig verstanden haben, dann sind es weitere 1.000 Stufen, um sie zu erreichen, man kann sich aber auch hochfahren lassen.
Georgetown Streetart Schaukel
Georgetown Altstadt und Streetart – Penang Reisebericht
Kek Lok Si Tempel Penang
Penang Reisebericht- Kek Lok Si Tempel

Reisebericht • Penang Fazit

Nach unserem anfänglichen Unwohlsein, das sich mit der Zeit legte, fühlten wir uns auch wohler. Neben der Arbeit erkundeten wir auch ein wenig die Insel, verspürten jedoch nicht den Drang, etwas Bestimmtes zu sehen. Das lag einerseits an unserer umfangreichen Arbeitswoche, andererseits an der krassen Hitze in diesem Monat und daran, dass wir keinen Roller gemietet hatten. Für uns war Penang keine typische Insel, sondern fühlte sich eher wie eine Kleinstadt an. Die Strände waren teilweise schmutzig, voller Quallen und toter Fische und wir hatten nicht das Bedürfnis, baden zu gehen. In unserem Viertel war wenig Leben zu spüren, was wahrscheinlich am Ramadan lag.


Wir waren oft in Malls und haben, was das Essen angeht, viel ausprobiert, vor allem in unseren Lieblingsrestaurants. Der Ort eignete sich ideal, um einfach zu leben. Wir gingen zum Zahnarzt, ließen eine Prophylaxe machen und ich wechselte auch meine beschädigten Brillengläser aus. Der Wohnkomplex, in dem wir lebten, hatte viele kleine Geschäfte für Lebensmittel, einige Restaurants, Waschsalons und um die Ecke befand sich der große Lotus-Supermarkt mit einem großen Foodcourt sowie weiteren Fast-Food-Restaurants. Alles in allem fehlte uns in Penang irgendwie der besondere Vibe. Wir würden dir als Urlauber empfehlen, etwa 3-5 Tage einzuplanen, um Penang und insbesondere Georgetown in Ruhe zu erkunden. Bist du wie wir, gerne länger an Orten, kann es hier durchaus auch interessant für dich sein. 

Kokosnuss Kasse

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