Farmarbeit Neuseeland • Unsere Erfahrungen und Tipps

Work and travel ist für viele ein Traum und eine gute Option, um arbeiten und reisen zu verbinden. Zu den häufig gewählten Jobs gehört Farmarbeit in Neuseeland, das war auch bei uns die erste Wahl. Wir waren insgesamt 7 Wochen auf einer Erdbeer- und Himbeerfarm und möchten dir hier alle Seiten, der sehr harten Arbeit, zeigen. 

Um in Neuseeland arbeiten zu können, brauchst du ein genehmigtes Work and Travel Visum. Dazu haben wir auch einen separaten Blogbeitrag geschrieben, den findest du hier.

Inhaltsverzeichnis: Farmarbeit Pro & KontraJobportale | Gehalt | Arbeitskleidung | Unsere Erfahrung mit Farmarbeit

1. Farmarbeit in Neuseeland • Pro und Kontra

Auf einer Farm zu arbeiten ist eine einmalige Erfahrung und genau deswegen wollten wir das auch machen. Das war aber auch unser erster und letzter Job in Neuseeland, denn wir sind sowohl körperlich als auch psychisch, an unsere Grenzen gestoßen. Zum größten Teil lag es daran, dass man so gut wie keine Regeneration hatte und sechs Tage die Woche von früh bis spät auf der Farm war. Mit unserer Erfahrung wollen wir hier auflisten, für wen Farmarbeit geeignet oder ungeeignet ist.

2. Jobportale • Unsere Tipps für Farmarbeit

Aus unseren Erfahrungen können wir nur sagen, es ist einfach einen Job auf der Farm zu bekommen. Jedes Jahr werden dringend Arbeiter gesucht und in den meisten Fällen sind es Touristen. Es ging unkompliziert und ziemlich schnell bei uns, da wir die richtigen Seiten hatten, wo wir uns beworben haben. Eines noch vorweg, achte unbedingt darauf, dass die Farm eine Unterkunft und ggf. ein Auto stellt. 

Backpackerboard

Eines der ersten Seiten, die wir genutzt haben und auch gleich erfolgreich waren, ist das BackpackerboardWir finden die Seite sehr übersichtlich, du siehst sofort was gesucht wird, an welchem Ort, wie viel gezahlt wird und ob man eine Unterkunft stellt. Du kannst dich auf der Seite auch direkt bewerben (grüner Button →apply). Wenn du auf den Button geklickt hast, findest du nochmal die Jobbeschreibung und weiter unten ist eine Maske, wo du deine Kontaktdaten, dein Visum und eine Nachricht hinterlassen kannst. 

Pick.nz.co

Pick.nz.co haben wir nicht genutzt, aber hier findest du das ganze Jahr über Jobs auf Obstplantagen und Weinbergen. Die Seite ist sehr übersichtlich aufgebaut und du kannst dir sogar was zu Firmengeschichte durchlesen. Interessiert dich ein Job, dann klickst du einfach rauf und dann macht sich eine Maske auf, wo du genauere Daten bekommst. Unter anderem findest du da, wie lange du den Job ausführen kannst, wie viel du verdienst, welcher Einsatzort und ob du ein eigenes Auto und eine Unterkunft brauchst. 

Seek

Über Seek haben wir uns auch beworben, sie ist ähnlich aufgebaut wie Backpackerboard, aber weniger übersichtlich. Du kannst filtern, welche Art von Job du suchst, welche Klassifikation und in welchem Ort. Man kann sich auch wieder direkt über die Seite von Seek bewerben. Hast du eine Stelle gefunden, auf die du dich bewerben willst, dann muss man sich mit einer E-Mail Adresse registrieren. 

3. Gehalt bei der Farmarbeit in Neuseeland

Der gesetzliche Mindestlohn in Neuseeland liegt, Stand 1.04.22, bei 21,20 NZ$ Brutto/Stunde. Das sind etwa 12,15 € und wie du siehst nicht gerade viel. Die meisten Farmen zahlen zwischen 22NZ$ und 27NZ$, das hängt aber ganz davon ab, um welche Ernte es sich handelt. Manchmal bekommt man auch einen Holiday Pay von 8%, der bei Beendigung nochmal auf das Gehalt kommt. Am Ende ist es aber nicht die Welt, es sei denn, du warst mehrere Monate auf der Farm. 

Bei der Erdbeer- und Himbeerfarm haben wir einen Stundenlohn von 22NZ$ Brutto gehabt und zusätzlich den 8 % Holiday Pay. Eine günstigere Unterkunft und ein Auto wurden gestellt, sodass man etwas sparen konnte. Wobei man sich die Wohnung mit 10 anderen Leuten teilte und dafür noch recht viel gezahlt hat. Wöchentlich zahlte jeder von uns, egal ob man das Zimmer zu zweit oder dritt teilt, 170NZ$ (ca. 100 €). Das Auto was gestellt wurde, hat wöchentlich 3NZ$ gekostet, also ca 1,73 €. Spritkosten wurden von der Farm übernommen. 

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4. Arbeitskleidung

Du bist auf einer Farm jeder Wetterlage ausgesetzt, weil du, egal ob Regen oder Sonne, draußen arbeitest. Wir sind relativ unvorbereitet an die Sache gegangen, ganz nach dem Motto, die Schuhe, die wir haben müssen reichen. Leider war diese Denkweise ein Fehler, denn wir hatten teilweise starke Regenfälle und da kamen unsere Schuhe irgendwann auch an ihre Grenzen. Sonnenhut haben wir immer dabei, sodass wir da einen Vorteil hatten. Unserer Meinung nach ist das gute alte Zwiebelprinzip am besten und schützt dich definitiv vor allen Wetterlagen.

Um dir einen besseren Überblick zu geben, haben wir eine Liste erstellt, mit Sachen, die auf deiner Packliste nicht fehlen sollten. 

PACKLISTE 

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5. Unsere Erfahrung mit Farmarbeit in Neuseeland

Positives bei der Farmarbeit in Neuseeland 

Kommen wir erstmal zum positiven Teil der Farmarbeit. Was wir sehr angenehm fanden, war das Zusammenleben mit anderen Leuten, verschiedenster Nationen. Es wäre definitiv nicht so einfach von der Hand gegangen, wenn man diese Erfahrung nicht gemacht hätte. Wir haben Spieleabende gemacht, Partys gefeiert und zusammen gekocht. 

Wir haben eine Unterkunft gestellt bekommen, die auch echt nicht schlecht war. Man konnte vieles nutzen, aber trotzdem war es mit 100€/Person pro Woche nicht ganz günstig. 

Spritkosten wurden übernommen, wobei man als Fahrer auch echt Verantwortung hatte.

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Auch auf einer Reise sollte man sich bestmöglich absichern, denn wenn man nicht auslandskrankenversichert ist, kann es zu hohen Ausgaben kommen. Wähle am besten eine gute Auslandskrankenversicherung die weltweit greift.

 

Negatives

Zur eigentlichen Arbeit lässt sich sagen, dass es einer unserer härtesten Erfahrungen war, sowohl körperlich als auch psychisch. Wir kamen teils an unsere Grenzen, was daran lag, dass man mit uns gemacht hat, was man wollte. Um ein paar Beispiele zu nennen: 

Wir hatten anfänglich einen Teamleiter der uns immer gegen 16 Uhr in den Feierabend geschickt hat, danach gab es einen Wechsel und plötzlich waren die Arbeitszeiten bis 18:30 Uhr. Das bedeutet, dass wir mehr als 10 Stunden täglich arbeiteten, ohne einen richtigen Grund. Die Begründung war oft, “ weil ihr zu langsam seid und eure Arbeit nicht schafft“. 

Als der Tropensturm Zyklon wütete, wurden wir gezwungen zur Arbeit zu kommen, obwohl alle Kollegen gesagt haben, dass es zu gefährlich ist. Der Chef drohte mit der Kündigung und laut ihm waren das keine unnötigen Reisen, sondern Arbeit.

Insgesamt standen zwei Vans zur Verfügung, als einer davon, eine kurze Zeit repariert werden musste, sollten wir uns mit 13 Leuten in ein Zehnsitzer quetschen.

Der Fahrer für den Van wurde einfach bestimmt, ohne das man es wollte oder sich zugetraut hat. Hat man an dem Auto etwas kaputt gemacht (Beule oder Kratzer), wurde einfach etwas vom Lohn abgezogen, ohne vorherige Ankündigung. Dabei wurden die Preise willkürlich gewürfelt.

Das Gehalt ist ungerecht verteilt, Leute die mehr Arbeitsaufwand hatten, wurden genauso bezahlt wie alle anderen. An sich ist das viel zu wenig Geld für das, was man jeden Tag leistet (kaum, bis gar keine Regeneration, lange Arbeitszeiten, Wettersituationen, juckende Haut, keine richtige Toilette)

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